Januar – meist dunkel, trist, nass-kalt, die Zeit nach den meist doch sehr kalorienlastigen Feiertagen und vor dem Frühling, wenn das Leben draußen wieder langsam erwacht. Voller Tatendrang haben wir viele gute Vorsätze für das neue Jahr gefasst: mehr Sport, gesündere Ernährung, weniger Süßes, mehr Zeit für Familie und Freunde – auch in Coronazeiten. Was ist nach knapp 3 Wochen davon übrig geblieben? Meist leider eher wenig. Warum ist das so?

Vielleicht weil „mehr Sport“ einfach zu unspezifisch ist? Warum fällt es so leicht, sich selbst in die Tasche zu lügen?  Was heißt das eigentlich? Mehr Sport? Wann? Wie? Wo? Mit wem? Wann habe ich mein Ziel erreicht? Kann ich das messen? Kriegt das jemand mit? Wann ich mir auf die Schulter klopfen und mich belohnen?

Zeit, die guten Vorsätze mal unter die Lupe zu nehmen:

Was ist eigentlich ein guter Vorsatz? Etwas, was man gern hätte oder machen würde, z.B. „mehr Sport“. Also ein recht unverbindliches Vorhaben, ein Wunsch. Reicht das schon, um ihn zu realisieren? Offensichtlich nicht.

Wenn man den guten Vorsatz hat, etwas zu tun, also einen Wunsch hat, dann fängt man meist an zu träumen. Wir stellen uns vor, wie es wäre, wenn sich unser Wunsch erfüllen würde. Um beim Beispiel „mehr Sport“ zu bleiben, träumen wir davon, regelmäßig Sport zu machen. Fühlt sich gut an. Und wir kommen mit unserem Wunsch schon etwas näher in Kontakt. Und? Nichts. Irgendetwas fehlt noch, um uns ins Machen zu bringen.

Bevor man sich mit den aktuellen guten Vorsätzen beschäftigt, kann ein kleiner Rückblick durchaus erhellende Erkenntnisse  bringen.

Was waren meine guten Vorsätze vom letzten Jahr?

Welche habe ich erreicht, welche vielleicht nicht?

Weshalb habe ich sie nicht erreicht?

Sind meine guten Vorsätze noch aktuell? Haben sie sich verändert?

Welche neuen guten Vorsätze habe ich?

Um aus dem guten Vorsatz ein erreichbares Ziel zu machen, kann man sich folgende Fragen stellen:

  • Wofür ist dieser guter Vorsatz eigentlich gut? Was verbinde ich damit?
  • Wie kann ich meinem guten Vorsatz klar definieren, spezifizieren? Wie soll mein Ziel aussehen? Manchmal hilft es, sich eine Situation vorzustellen, in der man sein Ziel schon erreicht hat und sich in diese Situation hineinzufühlen, um dann herauszufinden, was man eigentlich genau erreichen möchte.
  • Was ist das Ziel hinter dem guten Vorsatz? Ist dieser gute Vorsatz wirklich wichtig in meinem Leben? Ist es mein Wunsch oder habe ich ihn mir irgendwo oder bei irgendwem abgeschaut?
  • Was hat mich bisher daran gehindert, mit der Umsetzung zu beginnen? Kann ich jetzt starten? Gibt es Hindernisse, Hemmnisse, Erschwernisse, die vorher beseitigt werden müssen?
  • Wie sieht mein Weg zum Ziel aus? Was muss ich tun, um meinen guten Vorsatz zu realisieren? Schritt für Schritt. Wie lange wird es dauern? Kann mir jemand dabei helfen? Soll ich jemandem davon erzählen, der mich ggfs. hin und wieder an die Realisierung erinnert?
  • Wenn ich mir vorstelle, meinen guten Vorsatz erreicht zu haben, was ist dann anders?  Woran merke ich eigentlich, ob ich meinen guten Vorsatz realisiert habe? Was bekommt die Außenwelt davon mit? Wie wird es meiner Innenwelt gehen? Wie wird sich der Erfolg anfühlen? Wird sich mein Leben verändern? Woran kann ich den Erfolg messen?

Wenn aus dem guten Vorsatz ein spezifisches Ziel wird, das realistisch, erreichbar und messbar ist und zudem einen zeitlichen Rahmen hat, dann wird die Chance, ihn zu erreichen, ungleich höher. Je genauer man sein Ziel formuliert, umso genauer weiß‘ man, was man selbst von sich erwartet und was man zur Zielerreichung machen muss. Kleine Zeitabschnitte planen. Schritt für Schritt. Das Durchhalten fällt leichter. Die Dokumentation kann dabei helfen. Ausreden werden schwieriger.

Bei Zielerreichung werden so viele Glückshormone freigesetzt, dass es oft sehr leicht fällt, gleich weiter zu machen. Und wer braucht nicht diese positiven Momente im Leben, in denen man stolz auf sich ist, etwas erreicht zu haben.

Aus dem guten Vorsatz „mehr Sport“ kann dann bei genauerer Analyse der Motive, der tatsächlichen Möglichkeiten sowohl zeitlich als auch räumlich, der persönlichen Vorlieben oder Abneigungen folgendes Ziel werden: „Ich nehme mir in den kommenden drei Monaten pro Woche je drei Stunden Zeit zum Joggen und führe darüber Buch.“ Idealerweise verabredet man sich noch mit einem Laufpartner, was unter den aktuellen Umständen jedoch leider eher zu vernachlässigen ist.

Aus einem guten Vorsatz wird somit ein Traum mit Termin, also ein erreichbares Ziel!

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Caroline Bitter-Suermann

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